„Was möchtest du?”, fragte sie mit zitternder Stimme.

„Dich küssen.”, kam die raue Antwort.

 

7. Kapitel - Der erste Kuss

 

Nun war es raus und er hatte auch nicht den Wunsch, es rückgängig zu machen. Das wollte er schon, als er sie das erste Mal gesehen hatte. Pièrre schaute sie genau an und erkannte kein Anzeichen von Furcht. Sanft umfasste er ihre Schultern und zog sie näher an sich heran. Sie ließ es willig geschehen und legte auch ihrerseits ihre Hände auf seine Schultern. Allerdings fing sie jetzt sanft an, sie zu massieren. Und erst da erkannte er, wie verspannt er war. Langsam wurden seine Schultermuskeln wieder weicher, entspannter. So entspannt wie schon seit Wochen nicht mehr. Es tat ihm gut und er schloss wohlig die Augen.

Jo spürte seine Veränderung und lächelte leicht. Dann fing sie an, sein Gesicht zu streicheln. Emely würde sagen, dass Jo ihr Gegenüber betrachtete. Aber eben auf ihre Art. Sie fuhr sanft durch seine Haare, wie eine Feder berührte sie ihn, verwuschelte es ein bisschen, was ihn lächeln ließ.

„Hast du schwarze Haare?”, fragte sie ihn leise.

„Ja. Woher weißt du das?” Er war verwundert.

„Es würde zu dir passen. Du hast manchmal ein so dunkles Wesen, dass du der Teufel persönlich sein könntest.”

Manchmal? Das bin ich immer., dachte er bei sich. Aber das wird sie noch früh genug herausfinden.

Noch immer strich sie durch seine Haare. Dann ließ sie ihre Fingerspitzen zu seinen Ohren entlangfahren und umfuhr sie leicht. Ein Zittern lief durch seinen Körper und er konnte es nicht unterdrücken. Ein leises Lachen entfloh ihren Lippen. „Die Stelle werde ich mir merken. Ich hätte nicht gedacht, dass ein so großer Mann an einer so kleinen Stelle so empfindlich ist.”

Sie strich noch einmal darüber und ließ dann ihre Finger zu seinen Wangen gleiten, in denen viele Muskeln arbeiteten. „Warum diese starre Haltung?”, fragte sie verwundert. Noch einmal strich sie darüber.

„Weil du mich fast wahnsinnig machst mit deinen Streicheleinheiten. Aber ich werde es aushalten, ich will nicht, das du ein falsches Bild von mir hast. Nicht das du dann noch enttäuscht bist.”

Zum Ende hin hatte er schon fast ein Glucksen in der Stimme. Aber nur fast. Zumindest wusste sie jetzt, dass auch sie eine ungeheure Wirkung auf ihn hatte. Aber er ließ sie gewähren und das rechnete sie ihm hoch an. Deshalb nahm sie auch seine Hand und drückte einen kleinen Kuss darauf. Dann ließ sie sie langsam sinken und widmete sich wieder ihrer Betrachtung. Von seiner Hand ließ sie ihre langsam nach oben wandern, bis sie wieder bei seinem Gesicht angekommen war. Jo strich noch einmal über seine Wangen, die jetzt etwas lockerer geworden waren, bevor sie ihre Fingerspitzen über seine Nase gleiten ließ, hinüber zu seinen Wangenknochen und dann zu seinen Lippen. Dort blieb sie allerdings nicht solange.

Pièrre grummelte vor sich hin, was sie wieder lächeln ließ. „Zu deinen Lippen komme ich doch dann noch.”, beschwichtigte sie ihn. Wieder musste er leicht lächeln. Sie war einfach wunderbar. Er konnte es wirklich noch aushalten.

Jo widmete sich wieder ihrer Betrachtung. Von seinen Lippen strich sie an seinem starken Kinn entlang, welches einen starken und sturen Willen bewies, aber auch sehr viel Härte und Disziplin sich selbst gegenüber. Sie gelangte zu seinem Hals, der einen beachtlichen Umfang aufwies. Sehr viele Sehnen arbeiteten darin und von dort war es kein weiter Weg mehr zu seinen Schultern. Ihre Cousine hatte ja gesagt, dass er sehr imposant wäre und auch ziemlich groß, aber nach ihrem Geschmack hatte sie noch untertrieben. Seine Schultern waren gewaltig, sie musste ihn einfach fragen.

„Woher hast du solche Schultern und Muskeln bekommen?” Wie ein kleines Kind strich sie mit kindlicher Neugier und nicht zu fassendem Erstaunen über seine Muskeln an den Oberarmen und an seiner Brust.

Es waren köstliche Berührungen und er musste ein paar Sekunden lang den Atem anhalten und dann langsam wieder ausstoßen, ehe er zu einer Erwiderung anhalten konnte.

„Das gehört...zu einem Kapitel in meinem...Leben, über...über das ich noch nicht sprechen möchte. Aber ich habe sie unter anderem davon bekommen, dass ich...mich gern geprügelt habe und das zu jeder...sich bietenden Gelegenheit.” Zum Schluss musste er schon mit zusammengebissenen Zähnen reden, weil er vor kaum zu ertragender Lust kein Wort mehr hervorbringen würde, ohne ein Stöhnen auszustoßen. „Himmel!!”

Josephine hatte aufmerksam zugehört und auch wieder jedes Detail in sich aufgesogen. Es passte zu dem, was Emely ihr erzählt hatte. Während er allerdings erzählte, hatte sie eifrig über seine Brust gestreichelt, fasziniert von den Muskeln, die dort arbeiteten, wenn sie ihn so berührte. Um ihn nicht weiter zu reizen, ließ sie von seiner Brust ab und wanderte mit den Fingerspitzen wieder zu seinen Oberarmen. Auch dort spürte sie jetzt, wie seine Muskeln agierten. Verwundert und auch ein bisschen beunruhigt, strich sie mit ihren Händen sanft zu seinen und dort spürte sie ihre Vermutung. Seine Fäuste schlossen und öffneten sich mechanisch, als ob er kurz davor wäre jemanden zu schlagen. Etwa sie?

„Was ist los mit dir?” Sie stellte die Frage ganz sanft und ließ seine Hände los, um mit ihren zu seinem Gesicht zu wandern. Es war kantig geworden und seine Augen waren geschlossen.

Josephine wich kurz zurück, damit Pièrre ihren Berührungen nicht mehr ausgesetzt war.

Pièrre atmete heftig, als er ihre Streicheleinheiten spürte. Er musste heftig mit sich ringen, damit er sie nicht einfach an sich riss. Er wollte sie nicht erschrecken, er wollte sie sanft umwerben. Aber sie machte es ihm nicht gerade leicht. Sie war so zart, er hatte Angst, sie zu zerbrechen. Er war ein wenig froh, dass sie ein paar Schritte zurückgewichen ist, aber nun fühlte er sich verlassen. Er atmete ein paar mal tief ein und wieder aus, ehe er die paar Schritte in ihre Richtung unternahm. Langsam streckte er seine Arme nach ihr aus, um sie nicht zu erschrecken und umfing sie sanft. Vorsichtig zog er sie an sich heran.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Ich hatte nur eben die Kontrolle über meine Selbstbeherrschung verloren, das ist alles.” Es klang schon fast lustig. Pièrre konnte wirklich einen Witz machen? Jo war erstaunt.

Sie schmiegte sich in seine Arme, in denen sie das Gefühl hatte, sie gehöre dorthin. Seltsam, noch nie hatte ein Mann sie umarmt, mit Ausnahme von ihrem Vater und ihrem Bruder, aber bei ihm wusste sie sofort, er könnte der Richtige sein. Sie fühlte sich geborgen und beschützt. Sie legte sanft ihre Hände auf seine Brust und ließ sie dort einige Zeit ruhen. Dann krochen sie langsam nach oben und ließen sich auf seinen Schultern nieder, die sie behutsam mit ihren Fingerspitzen drückte wie eine Katze ihren Schlafplatz. Bald würde sie auch schnurren. Sie lächelte leicht. Eine Hand ließ sie auf seiner Schulter, während die andere sanft seinen Kopf umfasste und ihn stetig nach unten zog, zu ihren bebenden Lippen.

Pièrre musste schlucken, als er sah, wie ihre Lippen immer näher kamen. Noch immer fürchtete er um ihre Zartheit und er wollte sich zurückhalten. Junge, es ist doch nur ein Kuss. Er würde doch nicht gleich mit ihr schlafen. Denn dann müsste er sich wirklich um ihre Zartheit Sorgen machen. Sachte beugte er seinen Kopf hinunter, damit sie sich nicht so abquälen musste, um zu ihm hinauf zu gelangen.

Als ihre Lippen aufeinander trafen, war es wie ein Heimkommen, für beide.

In dem Moment, als Pièrre ihre zarte Süße spürte, musste er mit sich kämpfen. Musste dagegen ankämpfen, sie an sich zu reißen. Er verdammte sich dazu, indem er sie einfach nur an sich zog und behutsam küsste. Er legte seine Lippen auf ihre und ließ sie miteinander verschmelzen. Sie waren von so zarter Beschaffenheit, dass er kurz aufstöhnte. Jo, die dachte, dass sie etwas Falsches gemacht hatte, wollte sich zurückziehen. Aber das ließ Pièrre nicht zu und hielt sie fest an sich gepresst. Nachdem sie spürte, dass alles in Ordnung war, legte sie auch den anderen Arm um seinen Hals und presste sich an ihn.

Jo genoss es, seinen Körper an ihrem zu spüren, aber sie bemerkte auch, dass er sich noch zurückhielt. Aus Rücksicht, flüsterte eine Stimme ihr zu. Das war zu gütig, dachte sie sich. Anscheinend musste sie ihm zeigen, dass sie nicht ganz so zerbrechlich war, wie er dachte. Ein leises Lächeln huschte bei diesem Gedanken über ihr Gesicht. Ob er es gespürt hatte? Sie wusste es nicht. Einen Schritt weiter konnte man später immer noch gehen, im Moment galt nur, dass sie seinen stahlharten großen Körper an ihrem spüren konnte.

Pièrre spürte ihre Hingabe und, was ihn am meisten erfreute, dass sie noch mehr wollte. Und so presste er seine Lippen härter auf ihre und zwang sie leicht, ihre Lippen zu öffnen. Sie kam ihm bereitwillig entgegen und öffnete sie ihm. Jetzt konnte er sie endlich so küssen, wie es ihm sein Körper schon fast befiel. Er schlang seine Arme noch fester um sie und presste sie an sich. Ein Zittern lief durch seinen Körper, als er ihre süßen Rundungen an seinem Brustkorb spürte. Sie war so zierlich, dass er Angst hatte, sie zu zerdrücken. Aber sie presste sich so herrlich an ihn und hatte überhaupt keine Angst vor ihm, da konnte er sich einfach nicht beherrschen. Er umschlang sie fester und hob sie fast an seinen Brustkorb. Diesmal war er etwas fordernder und zwang ihre Lippen förmlich, sich zu öffnen. Jo hatte nichts dagegen und fügte sich ihm und Pièrre war sich schon fast sicher, ein triumphierendes Lachen zu hören, nur eben sehr gedämpft, denn dafür sorgte er ja.

Nach einem letzten genussvollen Saugen an ihrer Unterlippe zog er sich ein Stück zurück und betrachtete sie. Trotz, dass ihre Augen starr waren, konnte er doch sehen, dass sie etwas verschleiert waren. Und ihre Lippen...sie hatten einen so verführerischen Schwung und waren feucht und geschwollen von seinen Küssen, dass er sich kaum noch beherrschen konnte. Seine Arme umschlangen sie schon wieder fester, während seine Hände auf Wanderschaft gingen. Er umfasste ihre Taille und zog sie noch etwas näher an sich heran. Und damit sie sich nicht so übermäßig strecken musste und er nicht dauernd in dieser gebückten Haltung verharren musste, packte er sie einfach noch ein bisschen fester um die Taille und setzte sie vorsichtig auf die Arbeitsplatte.

Jo stieß vor Überraschung einen kleinen Schrei aus und lächelte ihn dann an. Er musste es einfach erwidern, auch wenn sie es nicht sah. Sie beugte sich etwas vor und hob langsam ihre Hand, die sie über seine Brust gleiten ließ, bis sie bei seinem Gesicht angekommen war. Sie musste sich ziemlich weit vorbeugen, um ihn zu erreichen, da sie ihre Beine geschlossen hielt und er so nicht näher an sie herankommen konnte. Aus diesem Grund fiel sie fast von ihrer Anhöhe und Pièrre musste schnell nach ihren Armen greifen, um sie festzuhalten. Sie lachten beide auf, aber es erstarb fast augenblicklich, denn sie spürten, dass die Spannung immer mehr stieg und es bald einen Knall geben würde.

Pièrre hatte eine Idee, damit sie dieses kleine Problem aus der Welt schaffen konnten. Er hatte seine Hände wieder um ihre Taille gelegt und massierte sie zart, was sie leise aufseufzen ließ. „Lass mich dazwischen, dann fällst du nicht vom Tisch, wenn du mich erreichen willst.”

Und da sie einen fragenden Gesichtsausdruck hatte, ließ er seine Hände zu ihren Schenkeln wandern und streichelte auch sie. Dann packte er sie und zog sie in eine leicht gespreizte Position, damit er sich dazwischen schieben konnte. Jo war neugierig und deshalb ließ sie es auch geschehen. Sie verfolgte interessiert, was er mit ihr machte. Es war eine sehr intime Situation, wie er so zwischen ihren gespreizten Beinen stand und sich schon fast schamlos an sie drängte.

Als Pièrre aufsah, bemerkte er ihre leichte Röte, die ihr ins Gesicht gestiegen war. Er legte eine Hand an ihr Gesicht und streichelte sie sanft. „Ist es dir unangenehm, wenn du so dasitzt?”

Jo antwortete nicht sofort, sondern machte sich mit der neuen und fremden Situation vertraut. Ihre Gesichter waren jetzt auf einer Höhe, die Platte hatte die exakte Höhe für sie beide. Sie ließ ihre Hände von seiner Taille, wo sie sich festgehalten hatte, zu seinen Schultern hoch wandern und massierte diese kurz. Dann presste sie kurz ihre Fingerspitzen in seine Muskeln, ehe sie sich wieder lockerten. Dann schaute sie auf und genau in sein Gesicht.

Er fand es immer wieder seltsam, wie genau sie einen ansehen konnte und dann doch wieder nicht. Aber er wartete und wollte sie nicht drängen. Und sie schien sich entschlossen zu haben.

Jo ließ ihre Hände zu seinem Kopf hoch wandern und zog ihn zu sich heran. Dann presste sie so stürmisch ihre Lippen auf seine, dass er überrascht zurückzuckte. Aber er kam sofort wieder zu ihr und nahm ihr Geschenk an. Noch einmal hob sie ihren Kopf, um ihn scheinbar anzusehen.

„Ist dir das Antwort genug? Oder soll ich eine andere Sprache wählen?”, fragte sie neckisch. Dann beugte sie sich wieder vor und zog seinen Kopf zu sich heran.

„Nein...brauchst du nicht. Ich verstehe diese Sprache sehr gut. Lass uns noch ein wenig weiterreden.” Seine Stimme war kaum noch zu verstehen, so heiser machte sie die Lust.

Aber er musste sich zurückhalten, noch etwas warten. Nicht immer so hastig, Freundchen, sagte er zu sich selbst. Aber sie mochte es und deshalb konnte er ruhig noch ein paar Schritte weitergehen. Er wollte sie noch nicht ins Bett schleppen, das war es nicht wert. Nun, das war falsch ausgedrückt. Es war es schon wert. Aber sie hatte ein weiches Bett verdient und nicht eine harte Tischplatte. Das konnte man später machen, flüsterte ihm sein Teufelchen zu. Er grinste schon fast wölfisch bei dem Gedanken daran, was er alles mit ihr machen würde, wenn sie es zuließ. Aber bis dahin...

Pièrre trat noch ein wenig näher an sie heran und zog sie an der Taille dicht an sich heran, bis wirklich nichts mehr zwischen sie beide passte. Wie aus eigenem Antrieb presste sie sich an ihn und öffnete ihm die Lippen, als er wieder fordernd Einlass wollte.

Da Pièrre sie an sich gezogen hatte, war sie mit ihrem Hintern schon nah an die Kante gerutscht, sodass jetzt die Gefahr bestand, dass sie sich weh tun könnte. Von daher machte sie keinen großen Hehl daraus und umklammerte mit ihren Beinen seine Hüften. Und das hatte zur Folge, dass sie sich ihm noch mehr öffnete, noch näher an IHN heranrutschte und Pièrre damit in große Schwierigkeiten brachte.

Ihm brach der Schweiß aus, der ihm schon leicht den Rücken runterlief, da es in dem Gewächshaus sehr warm war. Er erstarrte kurz und ließ seine Lippen kurz an ihren verweilen, ehe er mit ihnen an ihrem Hals hinunterglitt. Er genoss ihre Weichheit, die sie an jedem Fleckchen ihres Körpers zu tragen schien. Seine Hände waren nicht müßig geworden und wanderten über ihren Rücken, zu ihrer Taille und hinab zu ihrem Po, den er genussvoll umspannte und sie dann noch näher an sich heran zog, damit sie spüren konnte, was sie ihm antat.

Gleich darauf schnappte sie überrascht nach Luft und löste ihre Lippen von seinen. Dann blickte sie in seine Augen und, könnte sie ihn sehen, suchte nach etwas. Mit ihren Händen umfasste sie sein Gesicht, dann fuhr sie über seine Lippen, seine Augenbrauen, seine Ohren und kam dann bei seinen Oberarmen an, die sie knetete wie eine Katze. Dann wanderten sie noch weiter nach unten und kamen auf seiner Taille zu liegen, wo noch immer ihre Beine ihn umschlungen hielten. Obwohl sie nichts sehen konnte, waren ihre Augen mit nach unten gewandert und jetzt schaute sie wieder auf und hatte fast einen fragenden Ausdruck in den Augen, als sie an seinem Hemd zupfte.

Ihm verschlug es kurz die Sprache, da sie so selbstsicher war und doch wieder nicht. Sie wollte seine Zustimmung. Und die gab er ihr auch.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Und bei so etwas erst recht nicht. Ich will dir nichts verheimlichen...in dieser Angelegenheit bin ich sehr willig. Du kannst mir also ruhig das Hemd in Streifen schneiden, es würde mir nichts ausmachen.”

Er musste fast lachen, als er ihren ungläubigen Gesichtsausdruck sah. Doch dieser verschwand augenblicklich und machte einem sehr verwegenem Platz. Einen, den er noch nie an einer Frau gesehen hatte. Er hatte schon viele Ausdrücke in Frauengesichtern gesehen, aber noch keinen wie ihren. Er kam seinem Begehren gleich und sie schien es kaum noch erwarten zu können, aber er ließ sich Zeit. Heute sollte es noch nicht passieren. Das ist dann doch nicht seine Art.

Aber jetzt beeilte er sich erstmal, dass er sein Hemd los wurde, damit sie ihre Neugier befriedigen konnte. Denn das war es, was sie wollte. Ihn betrachten.

Er hatte große Schwierigkeiten damit, sein Hemd loszuwerden, denn es klebte an seinem Rücken wie eine zweite Haut. Er war total verschwitzt und es frustierte ihn, dass er nicht gleich ihren Wünschen nachkommen konnte.

Josephine strich ihm beruhigend über den Arm und hinderte ihn daran, weiter an seinem Hemd herumzuzerren. „Wir haben doch Zeit. Ich helfe dir, du ungestümer Teufel.”

Sie neckte ihn schon wieder. Das beruhigte ihn wirklich und er hörte auf damit, sich umherzuwinden, um es endlich loszuwerden. Stattdessen stand er still und wartete.

Jo fuhr mit ihren Händen über seine Brust und ertastete die Beschaffenheit des Hemdes, bis sie die Knöpfe fand. Sie machte es sich also einfacher und knöpfte sein Hemd auf. Pièrre musste lachen, als er das sah. „Du hast recht. So geht es wirklich am einfachsten.” Er gab ihr einen leichten Kuss auf die Nasenspitze.

Als Jo es geschafft hatte, sein Hemd von oben bis unten aufzuknöpfen, schlug sie die beiden Seiten auseinander und ließ es erst einmal so hängen. Dann fuhr sie mit ihren Fingerspitzen über seinen Oberkörper und ertastete ihn, was Pièrre wohlig erschauern ließ. Sie fuhr über seine Muskeln, was sie zum Zucken brachte und krallte kurz ihre Nägel hinein. Ihm entfuhr ein leises Knurren, was sie auflachen ließ. Als Entschuldigung fuhr sie kurz mit ihren Fingerspitzen darüber, was wie eine sanfte Liebkosung war und brachte ihn beinahe zum Schnurren.

Pièrre konnte sich gerade so beherrschen, damit er sie nicht erschreckte. Eigentlich hatte er dafür schon beinahe eine Medaille verdient. Das einzige Zeichen, was er geben konnte, wenn es ihm zu viel wurde, war das festere Zupacken seiner Hände um ihre Taille. Wie jetzt gerade, als sie mit ihren Fingerspitzen seine Brustwarzen gefunden hatte. Ihm lief eine Gänsehaut über den Rücken, als er spürte wie sie hart wurden. Er konnte ein Seufzen nicht unterdrücken.

„Kleines, könntest du mir einen Gefallen tun?”, flüsterte er ihr mit heiserer Stimme zu.

Jo hielt in ihren Betrachtungen inne und hob fragend den Kopf. „Soll ich aufhören?” Sie hatte schon gespürt, dass er sich festgekrallt hatte.

„Nein! Um Gottes Willen! Bitte nicht!” Er hörte sich schon fast geschockt an und zog sie noch ein bisschen fester an sich. „Es ist nur so, könnte ich dich auch so berühren, wie du mich gerade? Das würde meine Neugier für heute befriedigen. Ansonsten...” Er hielt stockend inne.

Josephine legte ihm die Hand an die Wange. „Ansonsten - was?”

Während sie ihn das fragte, streichelte ihre andere Hand unablässig über seine Brust und machte es ihm schwierig, sich zu beherrschen.

In einem Anflug von Unsicherheit, gepaart mit der beinahen Freilassung seiner Begierde, presste er sich fest an sie und erdrückte sie fast. Dann verschlang er förmlich ihre Lippen, in einem so glühenden Kuss, dass im Gewächshaus die Scheiben beschlugen. Seine Zunge stieß tief in ihren Mund und forderte alles. Er war wie ein Wirbelsturm, der nicht aufzuhalten war.

Dann zog sich Pièrre plötzlich zurück und lehnte schwer atmend seine Stirn an ihre. Seine Hände fuhren unablässig über ihren Rücken, zu ihren Oberschenkeln und wieder zu ihrer Taille. „Ich möchte dir nicht wehtun, wie es jetzt fast passiert wäre. Das könnte ich mir nie

verzeihen.” Er hatte einen bittenden und gleichzeitig verzeihenden Ausdruck in seinen Augen, den sie nicht sehen konnte, aber sie hörte ihn aus seiner Stimme raus.

„Du könntest mir nie wehtun, das weiß ich genau.” Und damit nahm sie seine Hände von ihrer Taille und legte sie auf ihre Brüste. Sie zuckte leicht zusammen, als sie seine Hitze auf diesen empfindlichen Teilen ihres Körpers spürte.

Pièrre stockte der Atem, als sie seine Hände auf ihre Brüste gelegt hatte. Er konnte sich kurz nicht rühren und hielt sie einfach in den Händen. Dann löste sich seine Starre und er umfasste sie richtig, massierte sie kurz und drückte sie leicht. Mit den Fingerspitzen strich er leicht über ihre Knospen, die sich durch das kurze Top abzeichneten. Noch immer hielt sie seine Hände und konnte so spüren, was er spürte. Es war erregend, den gleichen Weg zusammen zu gehen.

Dann hob Pièrre wieder seinen Kopf und sah sie kurz an, bevor er seine Lippen wieder auf ihre senkte. Diesmal küsste er sie ganz sanft und ließ sie das Tempo bestimmen. Ihm fiel auf, dass sie beide Seiten des Küssens mochte. Die sanfte Seite, so wie jetzt, aber auch die Wilde. So wie er sie vorhin geküsst hatte, als er verzweifelt gewesen war. Sie ging immer mit und ihm fiel auch auf, dass auch er beide Seiten mochte. Früher hatte er ja immer auf die wilde Art gestanden, hatte der sanften Ader gar keine Möglichkeit gegeben, zu pulsieren. Bei ihm musste alles stürmisch zugehen, damit er seine Lust befriedigen konnte. Aber mit ihr...

Weiter kam er mit seinen Gedanken nicht, denn er spürte, dass Josephine ihn nicht mehr küsste, sondern ihn ansah. Fragend und leicht irritiert.

„Wo bist du mit deinen Gedanken? Manchmal bist du so weit weg, dass ich Angst habe, dich nie wieder zu erreichen.” Sie strich mit ihren Händen von seiner Brust zu seinem Gesicht hinauf, um es zu umfassen. Dann glitten ihre Fingerspitzen über seine Lippen, die noch immer prickelten.

Er schaute sie kurz an, was sie ja nicht sah, deshalb berührte er sie. „Manchmal kommt es mir auch sehr weit vor, obwohl es nur ein paar Jahre sind. Schreckliche Jahre.”